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Was es bedeutet mutterseelenalleine, weit entfernt von Heimat und Familie zu sein, damit setzten sich die SchülerInnen der 8. Schulstufe aus Oberösterreich auseinander. In Zusammenarbeit mit der Medienwerkstatt Linz und Fächer übergreifend in Englisch, Deutsch, Bildnerische Erziehung, Geografie und Religion führten sie ein Radioprojekt zur Thematik "unbegleitete jungendliche Flüchtlinge" durch. Motiviert wurden sie durch einen Vorfall im Dezember 2007, bei dem ein minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan im Katschbergtunnel aufgegriffen wurde.
Aspekte des thematischen Schwerpunkts waren die aktuelle Asylpolitik, Demokratie, Vorurteile, Identität, Zuhause, etc. Über die theoretische Beschäftigung hinausgehend, führten die SchülerInnen Gespräche mit betroffenen Jugendlichen durch und unternahmen diverse Freizeitaktivitäten miteinander.
"In den Workshops wurde gebacken, miteinander gegessen, Sport betrieben, ein kultureller Spaziergang zur Wirkungsstätte Anton Bruckner gemacht und eine Radiosendung erstellt." (Hermine Bauer, Lehrerin)
Neben der schulischen Beschäftigung mit diesem Thema erhielt das Projekt eine persönliche Note durch Interviews mit minderjährigen Asylwerbern und einer Jugendbetreuerin der Jugendlichen. Die SchülerInnen bereiteten sich im Unterricht durch die Ausarbeitung von Fragen auf die Gespräche vor. Schwierigkeiten der betroffenen Menschen und Informationen über deren Betreuung wurden sehr persönlich von der interviewten Jugendbetreuerin geschildert: "Wir versuchen die Jugendlichen auf jede nur erdenkliche Weise zu unterstützen." Diese Unterstützung ist vielfältig und reicht vom banalen Einkaufen gehen, über psychologische Hilfe bis hin zu Fragen der Ausbildung und Rechtslage.
Sehr berührende Einblicke in die tatsächliche Lage der minderjährigen Flüchtlinge wurden durch Interviews mit einigen Betroffenen gegeben. Diese schildern ihre Erfahrungen, ihr heutiges Leben und ihre Zukunftspläne. Ihre Erzählungen machen einerseits betroffen und berühren andererseits durch den Lebensmut, den diese Jugendlichen trotz ihres Schicksals ausstrahlen. Das Projekt regt durch diese aktuelle Themenstellung und die persönliche Aufbereitung zum Nachdenken an und zeigt auf, was die wirklichen Dinge im Leben sind und was es bedeutet, zuhause zu sein.
Die Arbeit mit Medien kann Brücken bauen und Verständnis füreinander schaffen - dafür ist das Projekt "Mutterseelenallein" ein besonders schönes Beispiel. Die Sendung ist das Ergebnis einer langen und tiefgehenden Auseinandersetzung der SchülerInnen der Hauptschule Ansfelden mit dem Thema "Kinder und Jugendliche auf der Flucht". Dass echte Begegnungen zwischen den SchülerInnen und den jugendlichen Flüchtlingen stattgefunden haben, ist spür- und hörbar.