"Leben erfahren – ZeitzeugInnen im Gespräch"

ERSTAUSSTRAHLUNG
28. März 2011 | 19:30
PREIS
[mla]-Hauptpreis
>>Infos zum [mla]-Preis
JAHR
2011
PROJEKTTEAM
7. Schulstufe der HS Reichenthal (Oberösterreich)

You are missing some Flash content that should appear here! Perhaps your browser cannot display it, or maybe it did not initialize correctly.


„Wer den nicht wählt, wird schon sehen, wie es ihm ergeht …“ – Mühlviertler ZeitzeugInnen berichten, wie sie die gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Anschluss 1938 erlebt haben. Im Rahmen des medienpädagogischen Radioprojekts „Leben erfahren – Lebensgeschichten hörbar machen“ der Medienwerkstatt Linz gestalten 17 Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Reichenthal eine Audiosendung zum Thema „Nationalismus in unserem Heimatort“.
Sie recherchieren den geschichtlichen Hintergrund, den sie ergänzend oder einleitend zu den Aussagen aus den Interviews mit elf ZeitzeugInnen einbringen. Die Erzählungen der Befragten – sie waren in dieser Zeit Kinder – machen deutlich, wie das NS-Regime ihr Leben beeinflusst und sich auf den Umgang der Menschen untereinander ausgewirkt hat. „In Reichenthal haben hundert Prozent für Adolf Hitler gestimmt, sogar der Pfarrer, er hat von oben her die Richtlinie bekommen, für Hitler zu stimmen, weil der so sozial ist.“ – „Als Kind hat man das gar nicht so richtig aufgefasst. ,Österreich’ haben wir gar nicht mehr sagen dürfen, ,Heil Hitler’ haben wir sagen müssen, sehr deutlich: Hitler, nicht Hitla.“ „Entstanden ist eine CD, die nicht nur am Entstehungsort öffentlich präsentiert wurde, sondern mit Unterstützung des Landes Oberösterreich an alle oberösterreichischen Schulen versandt werden soll“ (Projektleiterin Gabriele Latzko).


Jurybegründung

Dass Erinnerungsarbeit und Medienpraxis sich nicht ausschließen, sondern vielmehr optimal ergänzen, zeigt diese Radiosendung. Denn Medien schlagen Brücken in andere (Sinnes-)Welten und werden so ihrem Wortursprung im doppelten Sinne gerecht. Auch mittels der ZeitzeugInnen erhalten wir ZuhörerInnen eine Brücke in vergangene Zeiten, in einen Mikrokosmos der Gesellschaft, der aufhorchen und uns noch hoffentlich lange vor dem Vergessen abhalten lässt. Die Interviewarbeit lässt auf viel Feingefühl seitens der SchülerInnen schließen; wir lernen hinzuhören und vor allem wieder zuzuhören. Die einhellige Meinung der Jury: Dieses wertvolle Projekt gehört verbreitet!