Wie recherchieren

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Besser aktiv als passiv

In der JournalistInnen-Sprache unterscheidet man zwischen „aktiver“ und „passiver“ Recherche. Bei der aktiven Recherche besucht man Veranstaltungen, befragt ExpertInnen oder recherchiert direkt am Schauplatz.

Bei der passiven Recherche greift man auf Informationen aus zweiter Hand zurück: Man verwendet Informationsmaterial, das für JournalistInnen vorbereitet wurde, recherchiert im Internet oder besucht Pressekonferenzen. Im journalistischen Alltag bleibt leider oft nicht viel Zeit für aktive Recherche. Eine Radio-Sendung ist jedoch viel spannender und lebendiger, wenn sie Informationen aus erster Hand enthält.

Informationen überprüfen

Information ist nicht gleich Information. Es gibt interessante Informationen, brisante Informationen, wichtige Informationen, spannende Informationen, amüsante Informationen – jedoch auch unseriöse und falsche Informationen. Darum ist es wichtig, jede Behauptung zu überprüfen. JournalistInnen nennen das „gegenchecken“.

Die erste Frage dabei ist, ob eine Information überhaupt richtig sein könnte. Die Behauptung, dass eine Ente einen Menschen gefressen hätte, würde diese Plausibilitätsprüfung wohl eher nicht bestehen. Damit ist die Recherche beendet, die Information ist nutzlos. Ein gesunder Menschenverstand reicht oft schon aus, um unseriöse Informationen als solche zu erkennen.

Wenn die Information die Plausibilitätsprüfung besteht, ist der nächste Schritt, mehrere (Fach-)Meinungen und auch Gegenpositionen einzuholen. Auf diese Weise wird der Sachverhalt von allen Seiten beleuchtet und geprüft. Gerade bei brisanten Informationen ist das wichtig.

Drei goldene Regeln

1) Die Quelle einer Information angeben!
Also: In einem Bericht der Kleinen Zeitung heißt es, dass …
         Der Politiker X erklärt, dass …
         Die Mutter von Y erzählt, dass …
 

Wenn ihr Informationen wortwörtlich übernehmt, so müsst ihr das in Form eines >>Zitates tun.

Wenn eure Quelle anonym bleiben möchte, sollt ihr das in eurem Beitrag erwähnen.
Beispiel: Wie eine Zeugin, die anonym bleiben möchte, erzählt,

2) Wird jemand beschuldigt, etwas getan zu haben, muss er/sie die Möglichkeit bekommen, in der Radiosendung dazu Stellung zu nehmen und sich zu verteidigen.

3)
When in doubt, leave it out!
Wenn es nicht möglich ist, einen dubiosen Hinweis zu überprüfen, sollte man ihn besser weglassen. Das beschreibt das englische Sprichtwort „When in doubt, leave it out!“, das JournalistInnen gerne verwenden.

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