„Gewalt in den Medien“

Mann
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JAHR
2008
PROJEKTTEAM
Medianauten/Grübl/ 6E-Klasse des Billrothgymnasiums (Wien)

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Dem Thema "Gewalt in den Medien" gingen die 24 SchülerInnen des Billrothgymnasiums Wien auf den Grund. Sie produzierten mit Unterstützung der "Medianauten" einen 30 Minuten langen Radiobeitrag, der im Februar im "Schülerradio 1476" auf Sendung ging. Verschiedene Medienarten, darunter Märchen, Zeichentrickfilme, Musik, Videospiele, Zeitungen, Serien und Filme wurden auf ihren Anteil an Gewalt analysiert. Zusätzlich führten die SchülerInnen Interviews mit Passanten auf der Straße durch, um zu erfahren, was jene über die Gewalt durchsetzten Beiträge diverser Medien denken.

Bereits Medieninhalte für die allerkleinsten Rezipienten, wie die allseits bekannten Kindermärchen, so beispielsweise Dornröschen und Schneewittchen, schildern grausame Szenarien. Die Meinungen der Befragten auf der Straße zu diesem Thema changierten zwischen der Vermeidung von Gewalt und der Ansicht, man müsse Kinder schon früh an dieses Thema heranführen. Besonders musikalische Medien weisen einen alarmierend hohen Anteil an Gewalt auf. Speziell Stile wie Heavy Metal, Rap und Hip Hop beinhalten brutale Texte und viele Gewaltaussagen, die von Drogenverherrlichung und Selbstmord handeln. Musikinterpreten und Bands werden dabei zu Vorbildern für Kinder und Jugendliche.

Was die Menschen auf der Straße darüber denken, das wollten die ProjektmacherInnen wissen und führten auch dazu etliche Interviews durch: Viele sind der Ansicht, dass Gewalt einfach dazu gehöre und es eine Sache der Eltern sei, darauf zu achten, welche Musik sich ihre Kinder zu Gemüte führen. Zeitungen sollen Wissen vermitteln und über aktuelle Tagesgeschehnisse aufklären. Nach dem Motto "Bad news are good news" berichten Journalisten primär von negativen Ereignissen, die natürlich von Gewalt handeln. Befragte Personen waren diesbezüglich einerseits der Ansicht, dass positive Weltgeschehnisse in den Medien zu kurz kommen, andererseits wurde häufig die Meinung vertreten, dass Tageszeitungen schließlich eine aufrüttelnde Wirkung haben müssen.

Darüber hinausgehend setzten sich die SchülerInnen mit Gewalt in Filmen, Serien, Videospielen und in der Schule auseinander. Interviews ergaben, dass bei den beiden zuletzt Genannten die Erfahrungen je nach Geschlechtszugehörigkeit auseinanderdriften. Während Buben tendenziell viel Erfahrung mit Gewalt in der Schule und Videospielen haben, ist der Anteil diesbezüglich bei Mädchen eher gering. Die produzierte Radiosendung spannte einen weiten Bogen bei der Auseinandersetzung mit dem Thema "Gewalt in den Medien" und behandelte etliche verschiedene Aspekte. Auf kindgerechte Art und Weise boten die SchülerInnen ihre Erkenntnisse dar. Anregend und unterhaltend zugleich führten sie dabei ihre ZuhörerInnen durch die Radiosendung.

Hinsichtlich des Themas bezogen die SchülerInnen eindeutig Stellung und bezeugten dabei eine äußerst reife Einstellung zu diesem komplexen Themengebiet: "Unsere Meinung dazu ist: Wir sehen das nicht als Bedrohung, denn jeder sollte vernünftig genug sein, diesen Scheiß nicht nachzumachen."


Jurybegründung

Die Radiosendung "Gewalt in den Medien" geht unverkrampft an ein brisantes Aufreger-Thema heran. Die SchülerInnen des Billrothgymnasiums suchen nach Erscheinungsformen der Gewalt in ganz unterschiedlichen Medien, von klassischen Märchen über Comics und Computerspiele bis Songtexte. Die Frage nach der möglichen Wirkung von Mediengewalt wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, der/die HörerIn darf sich seine/ihre Meinung selbst bilden. Die verspielte Montage verdient besondere Anerkennung.

Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur vergibt jährlich den media literacy award für die besten medienpädagogischen Projekte, u.a. im Bereich Radio.
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