Idealerweise beginnt das Interview mit einer allgemeinen Eingangsfrage. Damit bringt man den/die InterviewpartnerIn zum Reden. Wenn ihr die kritischste Frage zuerst stellt, kann es passieren, dass der/die InterviewpartnerIn das Interview abbricht oder bereits zu Beginn schlecht gelaunt ist.
Die folgenden Fragen werden immer spezieller und behandeln bestimmte Aspekte des Themas genauer. Wichtig ist, dass die Reihenfolge der Fragen logisch ist, ihr also nicht ständig von einem Bereich zum anderen springt.
Die Liste mit allen Fragen an eureN InterviewpartnerIn wird >>Fragenkatalog genannt.
Die Fragen sollten kurz und präzise formuliert sein. Nur in absoluten Ausnahmefällen dürfen die Fragen länger sein als die voraussichtlichen Antworten.
Die Art, wie man fragt, beeinflusst die Antwortbereitschaft und die Länge der Antwort.
… geben einen starken Redeimpuls, in weiterer Folge lässt sich die Antwort aber schwer steuern.
Beispiel: „Sie haben eine neue Schokolade entwickelt. Erzählen Sie davon!“
Der/die Interviewte hat nicht die Möglichkeit, nur „ja“ oder „nein“ zu sagen. Der Redefluss kommt in Gang, ist jedoch gesteuerter als bei einer Aufforderungsfrage
Beispiel: „Warum haben Sie eine neue Schokolade erfunden?“
Diese Fragen sind hilfreich, wenn man den/die InterviewpartnerIn festnageln möchte: Eigentlich kann man nur mit „ja“ oder „nein“ antworten.
Beispiel: „Haben Sie mit der neuen Schokolade schon Geld verdient?“
Dabei zitiert man die Meinung eines/einer anderen als Gegenposition.
Beispiel: „Milka findet Ihre Schokolade grauenvoll. Was sagen Sie dazu?“
Beispiel: „Wollen Sie eigentlich noch immer die Welt beherrschen?“
Die Suggestivfrage unterstellt etwas (hier dass der/die Befragte davor die Welt beherrschen wollte). In der Regel wird der/die InterviewpartnerIn dadurch emotionaler. Das kann das Interview spannender machen, sollte jedoch mit Vorsicht eingesetzt werden.
Der/die InterviewerIn interpretiert etwas, das der/die Interviewte gesagt hat und formuliert es in Frageform. Diese Fragen eignen sich gut, um etwas klar zu stellen.
Beispiel: „Heißt das, Sie werden in den nächsten Jahren noch viele weitere Schokoladen-Sorten erfinden?“
Im ersten Teil der Frage liefert der/die Interviewerin Informationen für die ZuhörerInnen. Darauf bezieht sich dann die Frage. So kann das Interview beschleunigt werden, denn der/die Befragte holt nicht aus, um die Information selbst zu geben.
Beispiel: „Sie haben in Peru Schokoladen-Entwicklung studiert und sind seit zwei Jahren wieder in Europa. Gibt es viele Schokoladen-Experten in Europa?“
Wenn der/die Befragte einer Frage ausweicht oder aggressiv wird, kann man das ansprechen.
Beispiel: „Ich habe jetzt zum zweiten Mal keine Antwort auf meine Frage bekommen. Wollen Sie die Frage nicht beantworten?“
… ist dann sinnvoll, wenn der/die InterviewpartnerIn keine Antwort auf die Frage gibt, etwas sehr kompliziert formuliert oder zu weit ausholt.
Vermeidet:
Es kann passieren, dass der/die Befragte sich nach der ersten nicht mehr an die zweite Frage erinnert, oder dass er/sie sich die angenehmere Frage aussucht und die andere ignoriert.