Schülerradio-Reporterin Conny Peham sprach mit Bundesministerin Claudia Schmied über Morgenstunden im Ö1-Studio, Hörerlebnisse im Dienstauto und die Vorbildwirkung des Radioprojekts Schülerradio.

Schülerradio: Radio oder Fernsehen, welches Medium konsumieren Sie öfter und warum?
Claudia Schmied: Seit ich Ministerin bin, höre ich meistens Radio. Radio geht zwischendurch. Vor allem Nachrichten sind für mich wichtig.
Was hören Sie am liebsten im Radio?
Schmied: Für mich ist das Ö1-Morgenjournal am wichtigsten, es bestimmt dann oftmals auch meinen Tagesablauf.
Finden Sie Radio heute noch zeitgemäß?
Schmied: Klares Ja! Wenn wir vormittags eine Pressekonferenz geben, dann ist das Mittagsjournal eines der ersten Medien, über das ganz viele Menschen sehr präzise und authentisch informiert werden.

In welchen Situationen hören Sie am liebsten Radio?
Schmied: Jetzt in meiner Funktion als Ministerin am liebsten im Auto. Für mich ist die Überwindung von Distanzen, die Zeit, in der ich mich am meisten entspanne.
Fällt Ihnen ein Radiomoment ein, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Schmied: Einmal ganz früh im Morgengrauen, im Ö1-Studio. Es war gerade Schulstart. In ganz kurzer Zeit sollte ich alle Projekte erwähnen, die wir gerade neu begonnen hatten. Da bekam ich einen furchtbaren Druck, keines meiner Lieblingsprojekte zu vergessen.
Was halten Sie davon, dass es im Web-Radio vielen Menschen möglich ist, Radio zu machen?
Schmied: Gerade in Vorbereitung zu diesem Interview habe ich gemerkt, wie fein es ist, dass man Sendungen aus der Vergangenheit problemlos nachhören kann. Vom Schülerradio habe ich mir die Sendung „Linz 2009“ angehört, bei der SchülerInnen Passanten befragt haben. Dieser unmittelbare Zugang, losgelöst von den Originalsendezeiten, ist für mich ein hoher Komfort.
Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Zutaten für eine gelungene Sendung?
Schmied: Wichtig ist, dass die Produktion den Radiomachern Spaß macht. Diese Atmosphäre hört man auch in den Sendungen. Ich war einmal bei Ö3 eingeladen zur Produktion einer Sendung. Ich habe gespürt, in welcher Stimmung die Leute sind, und das überträgt sich dann auch auf die Sendung.

Wie gefällt Ihnen die Arbeit des Schülerradio-Teams?
Schmied: Ich bin hoch zufrieden mit dem Schülerradio. Seit 10 Jahren gibt es dieses Projekt. Was mir wichtig ist, es braucht hier keine Erlässe oder Gesetze, sondern es ist die Initiative von engagierten Menschen. Das gibt auch die Hoffnung, dass wir an der Kultur im Schulbereich etwas ändern können und dass Freude und Spaß in Zukunft noch mehr Rolle spielen.
10 Jahre Schülerradio – Was fällt Ihnen dazu ein?
Schmied: Dass ganz viele Schüler hoch motiviert sind. Das geht sogar so weit, dass es an Schulen Schülerradio gibt, z.B. in der Pause. Ich war in Kärnten auf Besuch in einer Schule, dort wurde ich interviewt und alle Schüler konnten es in der großen Pause über das Radio hören. Das war so professionell und unmittelbar. Ich glaube, dass wir mit dem Projekt Schülerradio gemeinsam etwas Gutes tun.
Wir würden uns freuen, wenn Produktionen des Schülerradios einen regelmäßigen Sendeplatz in öffentlich-rechtlichen Radiostationen hätten. Hätten Sie Vorschläge für uns?
Schmied: Ich glaube, dass das ganz schwer umzusetzen ist, wenn Sie meine persönliche Meinung hören wollen. Da ich ein absoluter Fan von Ö1 bin, bin ich davon überzeugt, dass wir mit der Kooperation und diesem Sendeplatz hoch zufrieden sein können.
Danke für das Interview!
Das Interview zum Nachhören:
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